Bürgerinitiative Flotwedel


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Massentierhaltung

Hintergrund

NDR-Bericht zum Antibiotika-Einsatz in Hähnchenmast

Nach einer Studie des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz werden in der Hähnchenmast weit mehr Antibiotika eingesetzt als bislang angenommen. Danach sind in 83 Prozent der untersuchten Mastdurchgänge derartige Mittel verabreicht worden. Das geht aus einer vom nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerium in Auftrag gegebenen Studie hervor.
Grundlage der Studie sind die Daten von 962 Hähnchenmastdurchgängen aus 182 Betrieben aus dem ersten Halbjahr 2011. Die Studie legt den Schluss nahe, dass Mäster Antibiotika trotz Verbots weiterhin als Wachstumsdoping einsetzen. Ein Kommentar des Verbraucherschutzministerium Nordrhein-Westfalen liegt noch nicht vor, da die Auswertung andauert.
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Marktexperte sagt Zusammenbruch des Hähnchenmarkts voraus
Investoren-Mitteilung


Die Bürgerinitiative Lachendorf für Tier- und Umweltschutz e. V. weist die bereits aktiven und auch potentielle Investoren für Hähnchenmastanlagen mit großem Nachdruck auf eine Marktanalyse des Geflügelmarkt-Experten Prof. Hans-Wilhelm Windhorst hin, in der dieser den bevorstehenden Zusammenbruch des Hähnchenmarktes voraussagt. Der agrarindustrienahe ehemalige Leiter des ISPA-Instituts an der Universität Vechta veröffentlichte seine Warnung vor ruinösen Überkapazitäten jetzt in der Fachzeitschrift „DGS Magazin“ (Ausgabe 35/2010), dem offiziellen Organ des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft. In seiner Analyse „Wachstum als Risiko?“ beschreibt er die derzeit laufende massive Erweiterung der Schlachtkapazitäten in der Hähnchenbranche: vor allem durch den Schlachthof-Neubau des Rothkötter-Konzerns in Wietze (bei Celle) und – als Reaktion darauf – auch durch den Ausbau von Schlachtkapazitäten bei dessen Konkurrenten Wiesenhof, Sprehe, Stolle und Friki. Die in diesem Verdrängungswettbewerb produzierten Überschüsse belaufen sich laut Windhorst auf „weit mehr als das Doppelte des wahrscheinlichen Zusatzbedarfs“ auf ohnehin gesättigten Märkten.
Schon 2011 und danach noch verstärkt werde somit weit über die Aufnahmefähigkeit der deutschen, der europäischen und voraussichtlich auch der internationalen Märkte hinaus produziert werden. Windhorst warnt, infolge dieser Überschüsse werde in der ganzen Produktionskette bald kein Geld mehr verdient werden. Es werde „zu einer Reduzierung der Kapazität kommen oder auch zu einem Zusammenbruch ganzer Produktionsketten“. Diese werde nicht nur zu einer Unterauslastung oder zu einem Zusammenbruch von Schlacht- und Verarbeitungsbetrieben führen, sondern werde vor allem auch die Vertragsmäster in Form von Preisdruck, Vertragskündigungen und Liquiditätsproblemen treffen.

Die regionale Verdichtung der Produktion und deren Ausdehnung nach Ostniedersachsen (Wietze) werde zudem „das Problem der umweltverträglichen Verwertung der tierischen Exkremente und des Krankheits- und Seuchenrisikos“ noch weiter verschärfen. Die regionalen Verschiebungen der Getreide-Warenströme führen laut Windhorst zu einer noch stärkeren Abhängigkeit von Futtermittelimporten und von risikoreichen Marktschwankungen. Ein wachsendes Problem sieht Windhorst auch im Widerstand gegen eine weitere Verdichtung bzw. Neuerrichtung von Mastanlagen. Dieser komme „nicht nur von Tier- und Umweltschutzorganisationen, sondern auch von der nicht in der Landwirtschaft tätigen Bevölkerung sowie von Landwirten selbst“.

Quelle: Bürgerinitiative Lachendorf

Die Mast
Die Henne legt die Eier, der Hahn wird gemästet. So war es einmal. Heute werden in der Hühnermast männliche und weibliche Tiere speziell gezüchteter Mastlinien verwendet. Das einzige Ziel ist die möglichst schnelle Gewichtszunahme innerhalb von ca. 35 Tagen. Bei dieser Qualzucht und Quetschhaltung ist die Schlachtung nach dieser kurzen Zeit unumgänglich, die Tiere würden sonst an ihrer Körperfülle sterben.
Nach neuestem EU-Recht sind jetzt sogar bis zu 42 kg / m² erlaubt. Das ist ein offenkundiger Widerspruch zum Staatsziel „Tierschutz“, wie er in unserer Verfassung und dem Tierschutzgesetz verankert ist. Doch der Bundesrat hat diese EU-Bestimmung am 12.06.09 in deutsches Recht umgesetzt.
Eine solche Besatzdichte bedeutet 20 bis 25 Tiere pro Quadratmeter. Artgemäßes Verhalten wie Scharren, Sandbaden, Flügelschlagen und Eigenkörperpflege ist so gut wie ausgeschlossen, ein erhöhtes Sitzen und Schlafen auf Stangen nicht vorgesehen.
Der soziale Stress führt zu Federpicken und Kannibalismus, die hohe Besatzdichte zugleich zur Vermehrung und Verbreitung von Krankheitskeimen, die schnelle Gewichtszunahme zu Beinschwäche, Lahmheiten und Fussballenerkrankungen. Am Ende liegen die Tiere nur noch dicht gedrängt.
Eine Mistung während der Mastperiode entfällt. Die Einstreu (Hobelspäne oder Stroh) ist bereits nach kurzer Zeit vom Kot der Tiere durchnässt und später zu regelrechten Platten verkrustet. Beißende Ammoniakdämpfe erschweren das Atmen. Eine Sterberate von ca.3% pro Mastperiode ist einkalkuliert.
Nach ca. 35 Tagen kommt das „Einsammeln“ der Masthühner, oft erfolgt es maschinell. Enge Transportkäfige bedeuten ebenfalls gebrochene Beine oder Flügel. Aber ärztliche Behandlung, auch Füttern und Tränken sind vor der Schlachtung aus Profitgründen nicht mehr vorgesehen.

Quelle: Bürgerinitiative Wietze

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